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Uwe Timm: Vogelweide

 
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peter sense
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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2486

BeitragVerfasst am: 22.04.2015, 13:26:47    Titel: Uwe Timm: Vogelweide Antworten mit Zitat

Es gibt Gründe, warum der Sense über seine vorletzte Timm-Lektüre, den "Freitisch", nichts geschrieben hat. Dementsprechend ging er die "Vogelweide" mit leichtem Zweifel an, welcher aber schnell zerstreut wurde. Dieses Buch ist für mich wieder ganz "auf der Spur".

Im Vordergrund des Romans die Beziehungsgeschichte von zwei Paaren, die durch eine verrückte Leidenschaft letztlich auseinander gesprengt werden. Natürlich steht bereits im Klappentext der Hinweis auf Goethes "Wahlverwandtschaften", aber das scheint mir nur ein ganz entfernte Verwandtschaft zu sein. Bei Timm geht es ordentlich zur Sache, die Leidenschaft wird, sozusagen, nicht geträumt sondern ausgelebt und dementsprechend knallt es dann auch.

Die Rückerinnerung des Protagonisten, der als Vogelwart einen einsamen Sommer auf einer ansonsten unbewohnten Nordseeinsel verbringt, enthüllt die Geschichte nach und nach. Dabei lernen wir eine Reihe von Menschen kennen, deren Bekanntschaft wir gerne machen. Ich finde Timms Meisterschaft ungebrochen, wie er die Charaktere gestaltet. Besonders eindringlich, nebenbei gesagt, die weiblichen. Ganz einfach und beinahe unmerklich stellt er sein Personal auf, versetzt und vernetzt es mit der Zeitgeschichte und bringt uns so die Menschen nahe.

Erstaunlich finde ich auch, dass der Plot am Schluss noch eine unheilbare Krankheit aufbietet, ohne dass uns das befremdlich oder aufdringlich erscheint - wie es sonst gerne passiert, wenn Künstler tief in den Gefühlstopf greifen.

Was mir auch auffiel: Timm lässt sein Personal zwar teilweise in einer Art von Schicky-Mickey-Atmosphäre leben, aus der sich dann zwar der eine der Freunde herauskatapultiert, aber auch der dort verbleibende ist und bleibt ein netter Kerl. Sehr gelungen finde ich auch, wie der Abgestürzte - vom Millionärsschuppen mit Aussicht über den Tierpark in die Hinterhofklause - auf einmal das dortiges soziales Umfeld wahrnimmt, kennen und achten lernt.

Ein paar Bezüge, personelle und inhaltliche, zu früheren Timm-Werken habe ich auch wieder bemerkt und wie alte Bekannte begrüßt, manche werden mir auch entgangen sein.
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Verfasst am: 22.04.2015, 13:26:47    Titel: Ähnliche Themen

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