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Philip Roth: Der menschliche Makel

 
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2427

BeitragVerfasst am: 22.05.2009, 22:27:40    Titel: Philip Roth: Der menschliche Makel Antworten mit Zitat

Wie aus einem langen, vielschichtigem Traum endlich aufgetaucht kam es mir vor, als ich das Buch "duch" hatte. Welch eine Reise! Für mich das intensivste Leseerlebnis seit langem. Immer wieder fällt mir, wenn ich zurückdenke, dieses oder jenes Detail ein, kommen mir die Personen wie alte Bekannte vor, sehe die historischen, sozialen und auch geografischen Orte fast, als hätte ich mich selber dort aufgehalten.

Anfangs hatte ich bei der Lektüre immer wieder mich gefragt: was ist das nun eigentlich, der menschliche Makel? Der Rassismus, Neid, Missgunst und Scheinheiligkeit, Gewalt und Aggression, die sexuelle Verblendung oder vielleicht doch der Sex selber? Irgendwann, so im zweiten Drittel, habe ich dann doch die Vorbemerkung des Übersetzers "Von den Grenzen des Übersetzens" gelesen und dabei auch den Originaltitel zur Kenntnis genommen: "The Human Stain" So kann schon die Titelübersetzung eine Art "tiefe" Bedeutsamkeit erzeugen, eine Fährte legen, die dem Text vielleicht doch nicht entspricht.

Die Erzählweise Roths in diesem Buch finde ich schlicht genial. Einfach, unprätentiös und dennoch überaus spannend ist es, wie die einzelnen Schauplätze und Personen hervorgehoben und dargestellt werden, ihr komplexes Zusammenspiel von den allerintimsten, persönlichen Momenten bis hinauf in die sog. "hohe Politik" miteinander verwoben wird. Selbst längere, nahezu essayistische Darlegungen und Erläuterungen fügen sich locker wie selbstverständlich ein, ein einzelner Satz haut plötzlich wie ein Paukenschlag rein und erzeugt schiere Spannung - toll, wie er das gemacht hat. Es umfasst eine enorme Weite und Vielfalt von Gedanken, Gefühlen und Geschehnissen, wie in den großen klassisch-bürgerlichen Romanen. Ich freue mich schon darauf, wenn ich das Buch, mit etwas Abstand, in ein paar Monaten oder einem Jahr, wiederlesen kann.

Ich kannte den P. R. ja schon lange, sein Werk "Portnoys Beschwerden" hatte ich vor langer Zeit gelesen, als es bei solchen Lektüren fast noch rote Ohren gab. Und glaubte fest daran: Danach kann es von dem nichts besseres mehr geben. Die gelegentliche Kenntnisnahme von Rezensionen, die von endlosen "Zuckermann"-Tiraden berichteten, schien mir recht zu geben. Nun habe ich dem "menschlichen Makel" schnell das Büchlein das "sterbende Tier" folgen lassen. - enttäuschend. Böse gesprochen: Altherrenpornografie plus sexualpolische Erläuterungen. Das ist wohl das Problem von etwas, das nur durchsnittlich ist, wenn es nach Erstklassigem kommt.
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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Anmeldedatum: 29.12.2007
Beiträge: 340
Wohnort: Morhiban/Oberpfalz

BeitragVerfasst am: 23.05.2009, 10:42:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo peter sense,

herzlichen Dank für die Buchvorstellung für die Buchvorstellung zum menschlichen Makel. Ich habe acht Amerika-Roth - Romane gelesen. Er zählt ohne Zweifel zu meinen Lieblingsschriftstellern. ich liebe einfach seine Bücher, wie er schreibt und so... Very Happy

Den menschlichen Makel habe ich noch nicht gelinst, er liegt seit langem in der Warteschleife. Ich habe nämlich vor die komplette Amerikanische Trilogie zu lesen, die besteht aus
Amerikanisches Idyll
Mein Mann der Kommunist
Der menschliche Makel

peter sense hat Folgendes geschrieben:
das "sterbende Tier" folgen lassen. - enttäuschend. Böse gesprochen: Altherrenpornografie plus sexualpolische Erläuterungen. Das ist wohl das Problem von etwas, das nur durchsnittlich ist, wenn es nach Erstklassigem kommt.


In so manchen Foren habe ich in Bezug auf Philip Roth von Altherrensex und, oh, jetzt schon "Altherrenpornografie" gelesen. Ich meine dazu folgendes: Philip Roth hat auch in jüngeren Jahren über Sex geschrieben. War das dann Jungherrensex- pornographie? Ein Pornograph ist Amerika-Roth meiner Meinung nicht. Das andere ist dies: "Das sterbende Tier", darin kommt zwar Sex vor (warum auch nicht?), ist aber in erster Linie ein hervorragender Roman und das Altern und den Tod. Ich habe das Kleinod zwei Mal gelesen - ohne Reue.

Wie schon erwähnt, eine Meinung von einem Roth-Verehrer Very Happy

Eine Rezension über "Das sterbende Tier" habe ich hier hereingestellt.

Liebe Grüße
le M. de Jossel
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Verfasst am: 23.05.2009, 10:42:27    Titel: Ähnliche Themen

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