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Clara Schumann, euer Buchtipp?

 
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carola
Kaffeekasseneinzahler/in


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Anmeldedatum: 29.03.2008
Beiträge: 18
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 06.12.2008, 00:12:01    Titel: Clara Schumann, euer Buchtipp? Antworten mit Zitat

Liebe Belesene,

off-topic, aber vielleicht doch am richtigen Ort: Ich habe jemandem ein Buch zu Clara Schumann versprochen und festgestellt, dass das, was ich im Sinn hatte, der Film "Geliebte Clara" ist.
Question Könnt Ihr mir ein Buch empfehlen, für meine Tante (80+, sehr beweglich in jeder Hinsicht), zu Clara Schumann? Weniger etwas Wissenschaftliches, eher etwas Biographisches.

Danke

Carola
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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Anmeldedatum: 29.12.2007
Beiträge: 340
Wohnort: Morhiban/Oberpfalz

BeitragVerfasst am: 06.12.2008, 10:48:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo carola,

1) Klaus Funke: Am Ende war alles Musik

In zwei Erzählungen lässt uns Klaus Funke ins 19. Jahrhundert eintauchen, zwei Erzählungen um Clara Schumann. Musikfreunde werden sich besonders freuen. Wir begleiten Clara Schumann während ihres Besuches beim sterbenskranken Vater, dem Klavierlehrer und Geschäftsmann Friedrich Wieck, der glaubt, von Beethoven den Auftrag bekommen zu haben, die Klaviertechnik des Meisters an die nächste Generation weiterzugeben. In der zweiten Erzählung begegnen wir den großen Komponisten Johannes Brahms, der in der Steiermark seine vierte Symphonie komponiert. Dann meldet Clara Schumann ihren Besuch an.

Der Prosastil und der Inhalt sind der Romantik verpflichtet: Träume, Visionen, Sehnsucht und der Tod. Clara Schumann verfällt in Erinnerungen und Friedrich Wieck, dem Tode Nahe, verfällt immer mehr in Visionen. „Alle werden sie wahnsinnig“, klagt Clara, die an Robert denken muss, der geistig umnachtet in der Anstalt bei Bonn starb. Vater Wieck lässt sich von Clara Robert Schumanns „Kreisleriana“ vorspielen. In diesem Klavierzyklus ließ sich Robert Schumann vom skurilen Charakter des wahnsinnigen Kapellmeisters Kreisler aus den "Lebensansichten des Kater Murr" vom "Gespensterhoffmann" inspirieren. Damit lässt Friedrich Wieck einen alten Konflikt aufflammen, denn er hat Robert immer abgelehnt und kritisiert außerdem Claras Klavierspieltechnik, die nicht der Technik Beethovens entspricht. Seine Tochter erkennt aber, dass ihr Vater in seiner Vergangenheit fantasiert, denn der Streit mit Schumann ist längst begraben.

Haben wir in der ersten Geschichte mit Lebenserinnerungen und krankhaften Visionen zu tun, so ist das Haupthema der zweiten Erzählung die unstillbare Sehnsucht nach Glück. „Verweile doch, geliebter Augenblick!“, doch die Zeit zerrinnt wie das Glück. Johannes Brahms „hatte sich nicht binden wollen, damals, hatte an sich und seine Werke, die er erst noch schreiben wollte, gedacht, an seine Orchesterstücke, die dem Publikum missfielen.“ Er wolle erst einmal berühmt werden, vom Publikum geliebt und dann....und nun war es zu spät. Er war einsam, wolle Clara Briefe schreiben, ein Zusammenleben war aber nicht mehr möglich. Als Clara Schumann ihn in der Steiermark besucht, verstehen sie sich sehr tief durch ihre Musik. „Am Ende war alles Musik“ - nur durch die Musik. waren Johannes Brahms und Clara vereint.

In diesen Erzählungen erleben wir Romantik pur, und Klaus Funke führt uns gekonnt an die großen Musiker heran und bringt uns einige Musikwerke näher. Im Hintergrund ist Robert Schumann wie ein Schatten gegenwärtig. Ein Muss für Musikliebhaber ( in der zweiten Erzählung steht besonders Brahms im Mittelpunkt, Clara Schumann sekundär)

2) Karla Höcker: Clara Schumann (das ist ein Jugendbuch, aber für Erwachsene auch verdaubar)

3) Dieter Kühn: Clara Schumann. Klavier (dieses Buch habe ich zwar nicht gelesen, scheint aber sehr aufschlussreich zu sein; Da dieses Buch einen neuen Blick auf Clara Schumann wirft, favorisiere ich persönlich mit diesem Buch). Dieter Kühn hat viele interessante Bücher geschrieben.).

4) Eva Weissweiler: Clara Schumann (Weissweiler schrieb mehrere Frauenbiographien, ich habe das Buch aber nicht gelesen).

Als Ergänzung empfehle ich ein wunderbares Buch über Robert Schumann: Peter Härtling: Schumanns Schatten

Liebe Grüße
Le Marquis
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2427

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 21:51:44    Titel: Antworten mit Zitat

Als ein des Themas völlig unkundiger (jedoch, wenn ich die Musik höre, weiß ich schon, ob sie mir gefällt!) hat mich der Name Dieter Kühn aufhorchen lassen. Ein m.E. immer noch stark unterbewerteter und zu unbekannter Autor. Kühn hat sich ja einer ganze Reihe schillernder historischer Persönlichkeiten angenommen, und nach dem, was ich von ihm kenne, würde ich auch das Clara-Schumann-Werk unbesehen empfehlen.
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carola
Kaffeekasseneinzahler/in


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Anmeldedatum: 29.03.2008
Beiträge: 18
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 18.12.2008, 00:05:28    Titel: Biographisches ist eher Tantes Art von Buch Antworten mit Zitat

Lieber Marquis, Lieber Peter,

der Kühn ist bestellt. Danke für die ausführliche Antwort.

Carola
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Madge
Flohmarktbuchabstauber/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 11.01.2009, 12:31:25    Titel: Antworten mit Zitat

Also der Klaus Funke wäre auch gut gewesen, weil er -obwohl er immer nur einen biographischen Ausschnitt wählt - doch ein Lebenspanorama entwirft.

Ich habe - siehe Tagebuch - durch einen Zufall seine Bekanntschaft gemacht und bin von seiner Arbeit sehr angetan.

Gruß
Madge
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Verfasst am: 11.01.2009, 12:31:25    Titel: Ähnliche Themen

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