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Pamuk - Das schwarze Buch. Nee nich

 
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Patmos
Gast





BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 10:11:30    Titel: Pamuk - Das schwarze Buch. Nee nich Antworten mit Zitat

Bis Seite neunzig quälte ich mich nun und will nicht mehr.

Hochgelobt und mit güldenen Talern bedacht, der Mann jedenfalls, aber dann wohl für ein anderes Buch, oder für sein Lebenswerk, oder vielleicht war er auch einfach nur - fällig".

Denn " Das Schwarze" war mir, wie soll ich das Beschreiben - immer hatte ich da das Gefühl, das alles schon einmal gelesene zu haben, oder besser gesagt - der Inhalt des Buches erinnerte mich permanent an Autoren, deren Name mir nur nicht sofort einfiel.
(Einige vergleichen Pamuk mit Joyce, hüstel, aber man kann ja auch - Übertreiben).

Vielleicht bin ich auch nur ein tumber Tor der roh geboren wurde, der die wahren, die verborgenen Botschaften und Inhalte, sowie die tiefe und überragende Prosa dieses Buches ..., und so weiter und so weiter.

Nun denn, ich lese jetzt Joseph Roth's Hiob, und fühle mich da gleich von der ersten Seite an "wieder wie zu Hause"!
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 11:45:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo patmos,

sehr erfreut es mich, dass du zum vertrauten Joseph Roth greifst, ein großer Autor, den ich wahrlich schätze.

Nach neunzig Seiten Abbruch im „Schwarzen Buch“?. Das habe ich mit Carlos Ruiz Zafón gemacht, im Pamuk stand dieses nicht zur Diskussion. Ja, das mit den Vergleichen zu Kollegen Joyce u.a. ist immer so eine Sache, aber ich sage, und das meine ich so, was Joyce für Irland geschrieben hat, Tolstoi für Russland, das schreibt Pamuk für die Türkei und für den Rest der Welt. Natürlich gilt „für den Rest der Welt“ auch für Joyce und Tolstoi, aber ja doch.

Nun, patmos, mich hat ersteinmal die große Kunst des Erzählerischen bei Pamuk beeindruckt, und das besonders eben im „Schwarzen Buch“. Hierin beherrscht er die Kunst des Fabulierens, wie ein Magnet, ich konnte damals vom Buch nicht lassen. Er erzählt viele Geschichten innerhalb einer großen Romanhandlung.

Nach neunzig Seiten in Pamuks Roman (und das sage ich als Leser des Romans) kann noch nicht ermessen werden, was Pamuk mit seinem Roman will. Es geht, und das ist wichtig, um den Sufismus. Natürlich verbindet Pamuk westliche und östliche Elemente. Dieser orientalische Touch und der Geist Istanbuls, nun, das hat mir gefallen.

Als Einführung in „Das Schwarze Buch“ empfehle ich Orhan Pamuk „Das neue Leben“. Denn in diesem früheren Roman arbeitet Pamuk mit Elementen, die er dann im „Schwarzen Buch“ noch weiter ausführt (über den Sufismus eben).

Der andere Grund, warum ich „Das neue Leben“ als Vorbereitung empfehle ist dies: In diesem Roman schlägt Pamuk eine Brücke vom Sufismus zum Geist der deutschen Romantik (Novalis!!). Wenn der Leser erkennt, wie Orhan Brücken vom Orient zum Okzident schlägt, wird man vielleicht wieder zu einem Buch dieses Autors greifen.

Liebe Grüße vom Marquis
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harry hoekstra
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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 12:38:47    Titel: Antworten mit Zitat

Bist nicht der einzige Banause, Patmos. Mir ergings ähnlich wie Dir mit "Rot ist mein Name" des besagten Autors. Ich habs nicht mal bis 90 ausgehalten glaube ich.
Ich hab dann Zafons "Schatten des Windes" verschlungen. Wink
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JJJ
Sätze-Schachtel-Huber-Bube /Bübin


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 17:26:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
immer hatte ich da das Gefühl, das alles schon einmal gelesen zu haben, oder besser gesagt - der Inhalt des Buches erinnerte mich permanent an Autoren

Zafóns " Schatten des Windes" war auch für mich so ein Fall.
Und die Autoren leider allzu bekannt: Brecht, Neill Postman, Lichtenberg, Michael Ende ...
Im Übrigen: zu leichte Kost.

Anders als "Rot ist mein Name". Das ist Literatur.

Doch „Das schwarze Buch“?
Den Sufismus gibt's auch im O-Text (zum Bsp. in den "Gärten der Erkenntnis. Das Buch der vierzig Sufi-Meister.") und kommentiert (Idries Shah).
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harry hoekstra
BuchClubZwangsMitGlied/In


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 17:49:00    Titel: Antworten mit Zitat

JJJ hat Folgendes geschrieben:


Anders als "Rot ist mein Name". Das ist Literatur.



Ach, deshalb.
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Patmos
Gast





BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 18:21:05    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="JJJ"]
Zitat:

Den Sufismus gibt's auch im O-Text


Ich weiß - Fallada der Trinker.
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 18:29:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JJJ,

Doris Lessing hat auch Idries Shah gelesen. Aber darum geht es doch nicht.

Pamuk kennt die Literatur des Ostens und des Westens. Doppelgängermotivik kommt bei Pamuk auch vor, ebenso Schopenhauer. Es geht nicht nur um den Sufismus, sondern um eine Brücke Orient/Okzident.

Aber ich denk', dass wissen's doch.

Genaueres zur Doppelgängermotivik:

Alle Gegenstände verbergen ein Geheimnis, dass zu ergründen gilt. Galib untersuchte, "die Verbindung zwischen dem Geheimnis der Schriftzeichen und dem Ausdruck der Gesichter." Daran glaubten auch die Anhänger der schiitischen Hurufi-Sekte. Sie wollten aus den Buchstaben des Korans eine Doppeldeutigkeit ermitteln.

Fazlallah zufolge, dem Gründer der Hurufi-Sekte, "war der Laut die Trennungslinie zwischen Sein und Nichtsein. Denn alles, was die Hand berühren konnte, was die Schwelle des Unsichtbaren in die materielle Welt überschritten hatte, war auch imstande, einen Laut hervorzubringen: Es genügte das Aneinanderschlagen der 'lautlosesten Dinge', um dies verständlich zu machen." Das Wort war die höchstentwickelte Form des Lautes und ein Geheimnis, welches sich aus Schriftzeichen zusammensetzt.
Fazlallah aus Esterbad wurde umgebracht. Wie Celal fang er mit Traumdeutereien an.

Also: Der Koran hat eine Doppelbedeutung. Celal hat eine Verbindung zu Fazlallah. Galib, der Celal sucht, wird selber zu Celal.

Liebe Grüße vom M. de Josilin
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Forenking






Verfasst am: 30.12.2007, 18:29:39    Titel: Ähnliche Themen

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Patmos
Gast





BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 18:53:38    Titel: Antworten mit Zitat

Josilin,

jeder hat so seine bibliomanischen Macken, Macken also, die er im Laufe eines, jetzt dann meines, doch schon langen Leselebens, sagen wir einmal - heraus bildete.

Eigentlich entscheidet es sich schon nach zwanzig - dreißig Seiten, ob ich ein Buch weiter lese, oder in die hinterste Regalreihe verbanne.

Und so hat jeder dann sein bibliomanisches Kreuz zu tragen.

Und ich muss hier einmal ehrlich sagen, ich erlebe es immer öfter, das ich auf meine altbewährten und mir lieb gewordenen "Freunde" zurück greife, als das ich mir ein neues Buch gönne, denn was ich habe, das weiß ich und freue mich darüber wie ein kleines Kind, aber was ich dann da oft bekomme ...
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 19:12:40    Titel: Antworten mit Zitat

natürlich, werther Patmos. Ich lange auch gerne zu meinen Freunden im Regale. :D
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Patmos
Gast





BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 19:58:23    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht könnte man dann einen Ordner für die - persönlich - Unsterblichen eröffnen.

(Von Jean Paul schreibe ich jetzt lieber nichts, denn die Sache mit - Roquairol aus dem Titan, die war für mich, nunja, etwas, äh, damals, naja, irgendwie doch, ein wenig ..., nicht wahr, Roquairol?)
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JJJ
Sätze-Schachtel-Huber-Bube /Bübin


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 20:21:43    Titel: Antworten mit Zitat

"die Verbindung zwischen dem Geheimnis der Schriftzeichen und dem Ausdruck der Gesichter
...
war der Laut die Trennungslinie zwischen Sein und Nichtsein ..."

Klingt schon inter-essanter.

Gruß
3J

P.S.
Zu "Rot ist mein Name" hatte ich mich bereits geäußert. Ausführlich. Wenn auch anderen Ortes.
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Roquairol
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 30.12.2007, 22:01:20    Titel: Antworten mit Zitat

Patmos hat Folgendes geschrieben:

(Von Jean Paul schreibe ich jetzt lieber nichts, denn die Sache mit - Roquairol aus dem Titan, die war für mich, nunja, etwas, äh, damals, naja, irgendwie doch, ein wenig ..., nicht wahr, Roquairol?)


Ja, was denn ...? Laughing
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Vironos
Gast





BeitragVerfasst am: 08.03.2008, 20:30:20    Titel: Wer hat Galip ermordet? Antworten mit Zitat

"Schwarzes Buch" hin oder her...

Wer hat den armen Celal erschossen? Alles deutet auf F.M.Ücüncü (Militärgewehr), was ist Eure Meinung?

Was denkt Ihr, las Galib in seinem Gesicht als er in den Spiegel sah?

viele Grüsse,

Vironos
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Verfasst am: 08.03.2008, 20:30:20    Titel: Ähnliche Themen

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