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Fritz Nickstadt: Der Nikotinbaum

 
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2436

BeitragVerfasst am: 29.07.2008, 21:21:05    Titel: Fritz Nickstadt: Der Nikotinbaum Antworten mit Zitat

Fritz Nickstadt
Der Nikotinbaum oder "Es ist schon eigenartig ..."

Neben Titeln wie "Beim dritten Mal tut's nicht mehr weh" und "1 2 3, Feng Shui macht Dich frei" oder so leuchtete das Buch in der Grabbelkiste wie ein Kleinod.

Eine Autobiographie im Eigenverlag bei BOD, kein Lektorat, viele, teilweise sinnentstellende Fehler, eigentlich ziemlich kunstlos das Ganze, was aber auch heißt: ungekünstelt. Ich habe mich köstlich amüsiert und es ganz und gar gelesen. Sozusagen ein ganz unliterarisches Stück Literatur, naturbelassen.

Der Autor wurde 1931 im Harz geboren, bekam einen Nazi-Stiefvater, erlebte die amerikanische und die russische Besetzung, diverse Eulenspiegeleien, schlug sich immer irgendwie durch, machte viele verschiedene Dinge. Er malt und zeichnet, möchte früh Künstler werden, beginnt auch ein paar mal bei irgendwelchen Akademien, aber es hält ihn nirgendwo länger. Später sucht und bearbeitet er Edelsteine, unterrichtet Kurgäste im Malen, organisiert eine Gegendokumenta und ist überhaupt ein echter Tausendsassa. Halt so ein ganzes, volles Leben.

Einerseits strotzt das Werk vor Plattheiten, irgendwie Nachgeplappertem, andrerseits gibt es immer wieder Einsichten und Bekenntnisse von schöner Menschlichkeit. Und, wenn man sich nicht abschrecken lässt: es ist einfach spannend.

(Ob hier schon jemals irgend solch ein Buch von jemand anderem als dem Autor selber vorgestellt wurde?)
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Fritzilein
Gast





BeitragVerfasst am: 02.12.2009, 17:07:17    Titel: Antworten mit Zitat

also, das klingt seehr interessant, ich denke, ich würde mir das auch gerne durchlesen Wink
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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Anmeldedatum: 29.12.2007
Beiträge: 340
Wohnort: Morhiban/Oberpfalz

BeitragVerfasst am: 02.12.2009, 20:52:11    Titel: Re: Fritz Nickstadt: Der Nikotinbaum Antworten mit Zitat

peter sense hat Folgendes geschrieben:
Fritz Nickstadt
Der Nikotinbaum oder "Es ist schon eigenartig ..."
Eine Autobiographie im Eigenverlag bei BOD, kein Lektorat, viele, teilweise sinnentstellende Fehler, eigentlich ziemlich kunstlos das Ganze, was aber auch heißt: ungekünstelt. Ich habe mich köstlich amüsiert und es ganz und gar gelesen. Sozusagen ein ganz unliterarisches Stück Literatur, naturbelassen.


Das ist natürlich ein Vor-bzw. Nachteil, wenn man bei solchen Eigenverlagen etwas unlektoriert vor die Nase bekommt. Risiko! Wenn es dir gefallen hat, freut mich das. Ich weiß allerdings nicht, ob ich mir das antuen sollte.

Na ja, ich gebe es gerne zu: Ich habe von Dieter Bohlen vor mir liegen "Der Bohlenweg", warscheinlich unliterarisch, aber irgendwann lese ich es ja doch, weil ich wissen will, wie Bohlen planiert statt saniert, wie es im Untertitel heißt.

Auch Bücher die nicht so literarisch sind, können ihren Wert haben, wenn der Inhalt passt oder das amusement ok ist. Ich meine mal so zwischendurch Charlotte Roche, warum nicht.

Und da ich gerade auf Charlotte Roche zu sprechen komme. Ein Buchtitel von Nickstadt heißt "Tränen, Blut und Scheiße", könnte glatt von der Roche stammen; Körperflüssigkeiten (wenn wir davon ausgehen, dass Scheiße hier diarrhöisch abgesondert wird). Der Buchtitel allerdings zum ko..., weil, naja, schlimmmer als Boulevardniveau und wenn ich mir die Kurzbeschreibung aus amazon.de anschaue -

Zitat:
Das Geschehen dieses zeitgeschichtlichen Romans basiert zum Teil auf wahren Begebenheiten und kann auch als Zeugnis einer schlimmen Zeit bewertet werden. Der Autor selbst hat die Zeit in allen Facetten miterlebt. Viele Fakten sind existent, nur Namen wurden geändert. Das Raubtier Mensch, hat, seit es ihn gibt, nur geliebt, sich vermehrt, gehasst, gemordet, und auch geweint. So kann die Schlussfolgerung richtig sein, dass unsere Erdöberfläche wirklich nur aus Blut und Fäkalien besteht. Wo du auch stehst oder gehst, ist Blut vergossen worden. Doch weil die Zeit sich vor Gestank schon lange die Nase zuhält, darf im Namen der Gesetzmäßigkeit weiter gemordet werden. So lange, bis der Mensch sich selbst nicht mehr riechen kann. Wir sind ein hoch kultiviertes Land, aber unser Benehmen ist beschämend.


hört sich das doch an wie triviales Gehämmer. Es gibt nur noch die Bösen, die die Erde mit Blut besabbern, Gestank in moralischer Verderbnis. Natürlich, aber lest so was mit literarischem Glanz wie z.B. bei Jean-Marie Gustave Le Clézio "Der Goldsucher". Leser mit feiner Spürnase, werden hier genug Gesellschaftskritik erhaschen, aber nicht mit Presslufthammermethode.

Liebe Grüße
mArquis de j.
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Verfasst am: 02.12.2009, 20:52:11    Titel: Ähnliche Themen

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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2436

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 14:56:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frizchen, hallo Marquis,

Es ist schon eigenartig, wenn so ein Thread nach über einem Jahr auf einmal wieder auflebt ...

Nachdem ich Nickstadts "Nikotinbaum" mit einigem Vergnügen gelesen hatte, ist mir irgendwo auch das andere Buch mit "Tränen, Blut" usw über den Weg gelaufen. Es ist auch nicht auszuschließen, daß der gar nicht so unbedarfte Autor dabei evtl. an Churchills berühmte Rede (und nicht an irgendwelche Charlotten) gedacht hat. Allerdings schien es mit beim Blättern im Buch doch so, daß das erste Buch reicht.

Grüße, Peter Sense
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 15:53:28    Titel: Antworten mit Zitat

peter sense hat Folgendes geschrieben:

Es ist schon eigenartig, wenn so ein Thread nach über einem Jahr auf einmal wieder auflebt ...



Ich habe gar nicht gemerkt, dass der Thread schon so alt ist. Muss ich damals übersehen haben. popsmilies_icon_money
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2436

BeitragVerfasst am: 03.12.2009, 18:27:05    Titel: Antworten mit Zitat

Wir produzieren hier sowieso nur zeitloses.
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Verfasst am: 03.12.2009, 18:27:05    Titel: Ähnliche Themen

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