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Dürrenmatt, Das Versprechen

 
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Ignaz Zwirngiebel
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BeitragVerfasst am: 28.05.2015, 08:23:53    Titel: Dürrenmatt, Das Versprechen Antworten mit Zitat

Wie sollte man da nicht ins Schwärmen geraten? Wer den Film 'Es geschah am hellichten Tag' gesehen hat und gut fand, der sollte unbedingt dieses Büchlein lesen!

Genial, wie der alte Fritz hier sein eigenes Werk durcheinander wirbelt. Wie er Leben und Realität als Fiktion und Konstruktion decouvriert. Wie er Wahn und Wirklichkeit zu einem unentwirrbaren Strickmuster verknotet.

Und die Sprache sowieso das Feinste vom Feinsten! Ich wiederhole mich, ich halte den Schweizer Dürrenmatt für den grössten Stilisten der deutschen Sprache seit 1900 oder überhaupt.
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Nadjala
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BeitragVerfasst am: 30.05.2015, 13:27:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe in der Schule - ganz klassisch - "Die Physiker" gelesen und später mal die Verfilmung der "Besuch der alten Dame" angeschaut und fand beides durchaus interessant. Was mich immer nochmal thematisch reizen würde, wäre die literarische Umsetzung der "Wiedertäufer". Ich finde es interessant, wie Dürrenmatt das Menschliche und grundlegende Werte hinterfragt.
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Ignaz Zwirngiebel
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 15.12.2007
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BeitragVerfasst am: 31.05.2015, 07:23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Die Wiedertäufer hab ich noch nicht gelesen. Allerdings den Roman Durcheinandertal, eine köstliche Geschichte und Parodie auf alle 'Erweckungs- und Erlösungsbewegungen' von Zeugen Jehovas bis Scientology.
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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BeitragVerfasst am: 31.05.2015, 08:56:38    Titel: Antworten mit Zitat

Habe die Anregung aufgegriffen und mir gerade "Durcheinandertal" bestellt.
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Nadjala
Zweitbuchinhaber/In


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Anmeldedatum: 24.06.2012
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BeitragVerfasst am: 31.05.2015, 20:49:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ignaz Zwirngiebel hat Folgendes geschrieben:
Die Wiedertäufer hab ich noch nicht gelesen. Allerdings den Roman Durcheinandertal, eine köstliche Geschichte und Parodie auf alle 'Erweckungs- und Erlösungsbewegungen' von Zeugen Jehovas bis Scientology.


Das hört sich auch interessant an.
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Verfasst am: 31.05.2015, 20:49:06    Titel: Ähnliche Themen

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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Anmeldedatum: 14.12.2007
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BeitragVerfasst am: 24.06.2015, 15:43:46    Titel: Antworten mit Zitat

Inzwischen "Durcheinandertal" gelesen. Habe dabei allerdings weniger an "Erweckungsbewegungen" wie die Zeugen oder Scientology gedacht, sondern, vorgeführt vom "bärtigen Alten" Nr. 1, an die (patriarchalische) Gottesvorstellung überhaupt. Und, in Gestalt des bärtigen Alten Nr.2, an das Zusammenwachsen von dem, was man heute Globalisierung nennt, mit dem organisierten Verbrechen. Besonders hübsch die äußerst martialische, aufwendige Aktion der Schweizer Armee, die mit allergrößtem Aufwand einen scheinbar "bösen Hund" erschießen soll - was aber auch nicht klappt. Auch die mit allen gängigen Schusswaffen ausgestattete Polizeitruppe, die das vorher versucht, bleibt erfolglos, da von einem feschen Maidschi äußerst wirkungsvoll vorgeführt und am Hundemord gehindert. Und und und...

Die erste bitterböse Schluss-Pointe, die Bevölkerung des hinderwäldlersichen Tals betreffend, die endlich aufwacht und was unternimmt - die verrate ich nicht. Und das fast ebenso sarkastische Happy-Ending mit besagtem Maidschi wird auch nicht mal angedeutet!
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Ignaz Zwirngiebel
BuchClubZwangsMitGlied/In


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BeitragVerfasst am: 25.06.2015, 07:58:30    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich, dass dich die Geschichte anscheinend amüsiert hat. Der alte Fritz ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack, dem klassisch-feinsinnigen Schöngeist ist er wahrscheinlich zu drastisch. Dem zeitgeistigen Trendleser wahrscheinlich zu altvaterisch. Tja, ich bin ja auch irgendwie mittendrin zwischen diesen beiden Positionen Smile Smile
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Ignaz Zwirngiebel
BuchClubZwangsMitGlied/In


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BeitragVerfasst am: 07.08.2016, 06:58:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaub, ein Grund, warum ich Dürrenmatts Texte so mag, ist, dass er immer Witz hat, dass er immer satirisch ist und dass er sich selbst nicht so ernst nimmt, also Selbstironie stets ein Teil seines Schreibens darstellt.

Das ist es auch, warum ich alle Literatur, die bierernst und grimmig, sich selbst so bedeutend und weltrettend begreift, dass den Autoren die nötige Distanz zu ihrem Schreiben fehlt, als fad und platt empfinde. Das reicht von den Klassikern und ihrer schöngeistigen Spiessigkeit bis zu den modernen Kläffern wie Thomas Bernhard oder Peter Handke. Ihnen allen eigen ist, dass sie sich selbst und ihr Schreiben zu ernst nehmen, die Welt so abbilden, wie sie sie sehen oder sehen möchten und Selbstironie nur als Stilmittel aber nie als Haltung oder menschliche Grundbefindlichkeit, als existenzielle Notwehr angesichts der Zumutungen dieser Welt begreifen.

Ja, so könnte es sein. Oder fast. Egal.
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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Beiträge: 2427

BeitragVerfasst am: 07.08.2016, 08:39:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ignaz,

"moderne Kläffer" gefällt mir. Die meisten kläffen anfangs ein wenig, damit sie gehört werden, aber nach einer kleinen Weile werden sie eintönig und heiser, haben auf LOOP-Repeat gestellt und keiner scheint es zu merken. Bis der nächste Kläffer kommt, der nun aber ganz ganz zeitgemäßes und authentisches Kläffen verspricht.

Ich muss mir die Meute nicht mehr anhören.

Die Großen, selbst die in abgelegenen Subgenres wie Krimi und SF, haben es immer verstanden, uns mit der Brüchigkeit von Witz, Ironie, Sarkasmus und anderen uneigentlichen Redeweisen vorzuführent, dass nichts so zu sein braucht, wie es scheint und nichts so bleiben muss, wie es ist. Ach was, Redeweisen - es sind die Gestalten und Lebensweisen selbst, die nur von ihrer Brüchigkeit zusammengehalten werden.

Oder so ähnlich.
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Verfasst am: 07.08.2016, 08:39:41    Titel: Ähnliche Themen

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