L I T       C A F E - Forum Foren-Übersicht L I T C A F E - Forum
Literatur im Cafe und zum Kaffee - http://www.litcafe.de
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

     Intro     Portal     Index     
Max Frisch Homo Faber

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    L I T C A F E - Forum Foren-Übersicht -> Lese-ECKE
Das Thema drucken | Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Ignaz Zwirngiebel
BuchClubZwangsMitGlied/In


Offline

Anmeldedatum: 15.12.2007
Beiträge: 2497
Wohnort: ja

BeitragVerfasst am: 09.08.2012, 17:38:12    Titel: Max Frisch Homo Faber Antworten mit Zitat

Spät aber doch, schließlich ist das Buch im Deutschunterricht ein Renner. Ein Buch, das man am besten in einem oder maximal zwei Zügen verschlingt. Die Sprache schnörkellos, geradlinig, modern. Stilistisch ohne Tadel. Allein schon deshalb ein Genuß.

Dazu ein guter Wein, Rotwein, mittelschwer, trocken, herb. Danach etwas Jazz oder Bach.

Zum Inhalt nur soviel. Raffiniert konstruiert, zugespitzt, kalkuliert. Viele Zufälle, Unwahrscheinlichkeiten, die sich addieren. Der Held trifft zufällig gleich eine Reihe für ihn schicksalhafter Personen und auch Entscheidungen. Ein Flugnachbar stellt sich als Bruder seines einzigen (nach eigenen Worten) Freundes heraus, der wiederum seine Jugendliebe Hanna geheiratet hat. Diesen Freund findet er frisch erhängt irgendwo im Dschungel Mittelamerikas. Auf der Schiffsfahrt nach Europa begegnet er seiner leiblichen Tochter, von deren Existenz er keine Ahnung hat. Und, ganz klassische Tragödie, kommt es zum Inzest zwischen Vater und Tochter. Beide bezahlen das mit dem Leben. Die Mutter bleibt allein zurück.

Was mich am meisten gefesselt hat: die feine, unfreiwillige (?), nein, nicht romantische sondern nüchtern-moderne Ironie der Ereignisse. Der nüchterne Techniker, der weder an Gott noch an ein Schicksal glaubt, wird geradezu erdrückt von einer nahtlosen Serie unwahrscheinlicher Zufälle. Der Autor überlässt es dem Leser seine 'Erklärung' dafür zu suchen und zu finden.

Fazit: Große Literatur, spannend, nicht moralisierend. Einziger Makel aus meiner Sicht ist die Charakterisierung Ivys, seiner New Yorker Geliebten. Die ist mir ein wenig lieblos, oberflächlich geraten.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


Offline

Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 2407

BeitragVerfasst am: 11.08.2012, 20:30:49    Titel: Antworten mit Zitat

Vor einiger Zeit hatte ich mich entschlossen, das Buch wieder zu lesen, die erste Lektüre ist völlig verblasst,sie fiel wohl auch in eine ungünstige Zeit. Ich glaube, ich fand das damals alles zu konstruiert.

Anlass für mein neues Interesse war ein spannendes, ausführliches Interview mit Volker Schlöndorff zu dessen Homo-Faber-Verfilmung, auf das ich zufällig im Radio stieß.

Deine interessante Buchbesprechung nun, mein lieber Zwirngiebel, hat den Entschluss erneuert - er scheint jetzt nahezu unausweichlich.

Grüße von Peter Sense
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Forenking






Verfasst am: 11.08.2012, 20:30:49    Titel: Ähnliche Themen

Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    L I T C A F E - Forum Foren-Übersicht -> Lese-ECKE Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Impressum des Forums | Kostenloses Homepage Forum von Forenking.com | Powered by © phpBB Group