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Stephen King

 
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Marquis de Josilin
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BeitragVerfasst am: 25.04.2012, 12:41:14    Titel: Stephen King Antworten mit Zitat

Hallo liebe Leser/Innen

Ich möchte hier ein wenig plaudern über Stephen King, der zu den bedeutenden Autoren des Horrorgenres zählt. Beginnend möchte ich mit Erzählungen, später auch mit dem einen oder anderen Roman. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass einige Erzählungen hervorragend sind, aber offenbar nicht alle, wie die erste Erzählung aus "Alpträum, Nighmares und Dreamscapes"offenbart:

Dolans Cadillac

Die Story ist einfach gestrickt. Man braucht einen Grund für Rache (die Frau des Protagonisten ist von einem Bösewicht umgebracht worden) und dann rächt man sich auf spektakuläre Art und Weise. Wenn ein Autor dann eine spektakuläre Art des Mordens ersponnen hat, steht die story schon. Nun können wir natürlich sagen, na,na, bei Edgar Allan Poe war das auch nicht anders, dort wird der gehasste Mensch in einem Weinkeller eingemauert. Edgar Allan Poe hat die Story aber wunderbar grausig und faszinierend erzählen können, was Stephen King nicht annähernd erreicht. Nur an Seitenzahlen übertrifft King Edgar Allan Poe. Der Mord bei King ist zwar sehr spektakulär und wunderbar durchdacht, bloß erzählt Stephen King diese Story einfach nicht gruselig genug. Er hätte den Protagonisten viel bösartiger, zynischer, bissiger darstellen sollen. Da diese Feinheiten des Horrors fehlen, wirkt Kings Erzählung doch recht lahm. Es fehlt die Stimmung des Grauens, das was eigentlich zwischen den Zeilen schweben sollte.

"Das Ende des ganzen Schlamassels"

Diese Geschichte hat mir gefallen. Es geht um einen Weltverbesserer, der den ganzen Schlamassel in der Welt, Krieg, Gewalt usw. beenden lassen will und hat in Südamerika ein besonderes Wasser entdeckt, was Menschen friedlicher macht. Übrigens ist dieser Bobby ein Frühbegabter auch noch. Die story ist sehr skuril und darum gefällt sie mir. King hatte hier einen verrückten Einfall. Bobby hat die Wirkung des Wassers an Wespen und Bienen ausprobiert und ist besessen, eine friedliche Welt zu schaffen. Doch leider hat die Sache einen Haken. Hier darf, wie in anderen Geschichten nur grob verraten werden, worum es geht. Die Story ist einfach zu gut, um sie hier weiter zu enthüllen

Liebe Grüße
marquis de josilin

PS:: In Folge werde ich den Erzählungsband weiter durchgehen.
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 16:41:08    Titel: Antworten mit Zitat

Es folgen zwei Geschichten, durch die man sich durchhangeln muss. Schüler rächen sich an einer Lehrerin, ein Vampir, der mit einem Flugzeug fliegen kann, der Vampir auf verschiedenen Flufhäfen ein Blutbad anrichtet. Die beiden Stories sind gute Beispiele dafür, wie hohl Horrorliteratur sein kann, und es ist schade, dass man bei Stephen King auch solch unwürdige Texte findet. Dierser Vampir - niemand weiß, warum der überhaupt mordet, warum die Geschichte in einem Blutbad endet. Vor allem, warum eigentlich auf einem Flughafen? Diese Abschlachterei hätte genauso auf einer Ötztaler Alpenhütte oder auf den Malediven stattfinden können. Völlig sinnlos das ganze. Das einzige, was vielleicht etwas Sinn macht, ist, dass ein Reporter sensationelle Fotos für seine Zeitung schießen möchte, der Vampir aber fordert, er solle den Film aus der Kamera nehmen. Soll das dann eine Geschichte gegen Sensationslüsternheit eines billigen Blattes ( in Deutschland waäre es die BILD) werden? Na, ja, ich fand es zu schwach. Das eine, was man King hier noch zu gute halten mag, er kann sehr gut detailliert schildern, aber trotzdem, die Geschichte hat zu wenig Sinn. Warum sich monsterhafte Schüler an einer Lehrerin rächen, sodass sie verrückt wird, ist auch so eine seltsam flache Horrorgeschichte Kategorie Sinnlosigkeit.

Popsy

hat man diese beiden Stories endlich bewerkstelligt, wird man, so meine ich, doch wieder belohnt mit einer kürzeren wunderbaren Geschichte einer Kindesentführung. Das interessante an dieser Geschichte, der Leser erfährt nicht, was das Kind letzten Endes zu erwarten hat. Er muss den Jungen an einem großeren Bösewicht abgeben, bei dem der kleine Bösewicht, der Sheridan heißt,der das Kind vor einem Supermarkt aufgabelt, Schulden hat. Der Schluss der Story ist absulut überraschend und unvorhersehbar. Das ist auch ein Grund, warum sie mir gefallen hat.

Wenn ich so manchen Rezensionen im Internet Glauben schenken darf, ist dieser Erzählband nicht Kings bester Band. Es scheint also noch viel schönere Geschichten zu geben.

Klapperzähne

Hogan ist unterwegs mit seinem Auto und will nach Hause fahren. Er macht einen Stop in Scooter's Lebensmittelladen & Zoo. Hier gibt es alle möglichen Kleinigkeiten und Scherzartikel zu kaufen. Es ist sehr schön wie Stephen King die Atmosphäre dieses Landes zu Herumgruschen eingefangen hat. Schon der erste Satz ist fantastisch:

King hat Folgendes geschrieben:
Als er in den Schaukasten sah, war ihm zumute, als sähe er durch eine schmutzige Glasscheibe ins mittlere Drittel seiner Kindheit, die Jahre zwischen sieben und vierzehn, als ihn solche Sachen fasziniert hatten.


Hogan kauft Klapperzähne. Das sind Zähne, die man aufziehen kann und dann beißen sie. Er will es seinem Sohn schenken, obwohl dieses Spielzeug nicht mehr richtig funktioniert. Er fährt weiter, trotz bedenken nimmt er einen Jungen, einen Anhalter mit. Mit Anhaltern hat er schon schlechte Erfahrungen gemacht, er saß auch schon in einem Flugzeug, welches abgestürzt ist. Dieser Junge bringt Hogan wieder in Gefahr auf Leben und Tod. Eine sehr gute Story. Wunderbar. Stephen King kann erzählen, wenn er mag.

Die Story „Es wächst einem über den Kopf“ beginnt mit einer herrrlichen Beschreibung des Herbstes in Neuengland und fängt dann wieder die Atmosphäre eines Ladens ein, in dem sich Männer unterhalten.

Stephen King hat ohne Zweifel großes erzählerisches Talent, und es wurde mal Zeit, dass er in dieses Forum gelandet ist. Die fahrlässige Unterschätzung, ach, ist ja bloß Horrorliteratur, ist eben eine grobfahrlässige Unterschätzung gewesen, der ich erlegen war.

Liebe Grüße
Le marquis
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peter sense
BuchClubZwangsMitGlied/In


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BeitragVerfasst am: 09.05.2012, 08:31:01    Titel: Antworten mit Zitat

'allo, Marquis,

gefällt mir gut, Dein Bericht. Ich habe zwar noch nichts von King gelesen, aber mit einem anderen amerikanischen Großautor, mit John Irving, vergleichbare Erfahrungen gemacht. Hatte "Gottes Werk und Teufels Beitrag" gelesen und war recht angetan von diesem Panorama mit den vielen bemerkenswerten Gestalten, und auch von der souveränen Behandlung des Themas. Beim nächsten Roman war dann alles viel flacher und recht uninteressant.

Grüße, Peter Sense
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 11.05.2012, 14:34:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peter,

dafür habe ich von John Irving noch nichts gelesen.

Marquis hat Folgendes geschrieben:

Die Story „Es wächst einem über den Kopf“ beginnt mit einer herrrlichen Beschreibung des Herbstes in Neuengland und fängt dann wiede die Atmosphäre eines Ladens ein, in dem sich Männer unterhalten.


Hier noch genaueres zu der Geschichte:

Die Story folgt einem bestimmten Programm, nämlich den Untergang eines Unternehmens, der Untergang der gesamten Ortschaft wird angedeutet. Es geht auch um das Böse (Cora).

Jo Newall, wohlhabend und sehr reich baut für sich ein großes Haus, welches nicht in das Stadtbild des Ortes passt. Er wirtschaftet auch mit seinen drei Fabriken. Das Gemeindeleben ist ihm schnurz, offenbar ist er eine Art Einzelgänger, der in das Leben des Ortes Castle Rock nicht hineinpasst. Mit seinem Reichtum fördert er keineswegs die Wirtschaft dieses Ortes. Darum macht er sich unbeliebt. Das alles auf Zerstörung und Vernichtung hinausläuft, wird schon im ersten Absatz der Geschichte angedeutet: Der Herbst in Neuengland. Ein wunderbarer Absatz. Sehr schön auch dieser Satz:

King hat Folgendes geschrieben:
Kürbisse, faulig eingesunken, liegen aufgeschichtet am dämmerigen Schuppen und riechen wie der Atem kränkelnder alter Frauen.

Meiner geneigten Fantasie folgend assoziiere ich in dem Kürbis schon Cora, die in der Story sehr ungestaltet mit jugendverderblicher Erotik umschrieben wird:

King hat Folgendes geschrieben:
Sie war ein Sandsack von einer Frau, mit unglaublich beiten Hüften, einem unglaublich dicken Hintern, aber dafür mit einer Brust, so flach wie die eines Knaben, und einem absurd dünnen Pfeifenreiniger von einem Hals, auf dem ihr übergroßer Kopf nickte wie eine seltsame bleiche Sonnenblume.


Solch eine Frauebbeschreibung in widerlicher Art habe ich noch nie zuvor gelesen, King aber, natürlich sie bewusst so umschrieben hat (meine Assoziation zum Kürbis sind die Rundungen und der Kopf, der wie eine bleiche Sonnenblume aussieht). So eine Frau King natürlich ein missgestaltetes Kind gebären lässt. Alle sterben (Joe, Cora, das Kind). Nevalls Haus ist seit 11 Jahren völlig leer, doch inzwischen wird an Newalls Haus ein neuer Flügel angebaut und niemand weiß an sich, wer dafür verantwortlich ist (das "Böse"). Das Haus ist wie ein Fluch, die Cora selbst das sog. Böse, welche junge Knaben zu erotischen Fantasien lockt, JUgend verführt. Ganz Castle Rock ist dem allmählichem Untergang geweiht.

"Der rasende Finger"

Aus dem Abflussrohr eines Waschbeckens ragt ein Finger. Das macht Howard zu schaffen. Erst denkt er, er könne einen Hirntumor haben, deswegen diese Halluzination, oder er sei einfach auf dem besten Wege verrückt zu werden. Nur er kann den Finger sehen, nicht seine Frau. Die Geschichte steigert sich hoch, dass es zwischen dem Finger und Howard zu einer Auaseinandersetzung kommt. Die geschichte finde ich großartig, weil Stephen King hier mit einer Metapher arbeitet ähnlich wie Gogol in seiner herrlichen Erzählung "Die Nase". Kings story von dem rasenden Finger handelt eigentlich nur von den inneren Ängsten des Protagonisten. Schießlich auch die Angst, er müsse zum Psychiater gehen, und seine Verwandschaft plappert sich darüber aus, was ihm natürlich äußerst unangenehm wäre. Diese Geschichte ist ein Glanzstück des Erzählbandes. Ängste können eben der reinste Horror sein.

Die Geschichte "Zueignung" ich aber großzügig unkommentiert lasse, weil ich nichts damit anfangen konnte.

Liebe Grüße
marquis de josilin
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Marquis de Josilin
Flohmarktbuchabstauber/In


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BeitragVerfasst am: 22.05.2012, 21:27:55    Titel: Antworten mit Zitat

Es folgen zwei Geschichten mit denen ich nichts anfangen konnte. Janis Joplin und andere früh verstorbene Musiker im Jenseits u.a.

Obwohl in der letzten Geschichte, "Hausentbindung", nicht klar wurde, warum Verstorbene als Zombies wieder auferstehen und herumwüten, hat mir diese story doch noch ein wenig gefallen; besonders der Humor, von dem ich hier eine Kostprobe gebe.

King hat Folgendes geschrieben:
Die schwierigste Haushaltsentscheidung., die ihr in diesem Jahr abverlangt wurde, war die, welche Vorhänge im Wohnzimmer am besten aussehen würden - man konnte in dem Katalog aus so vielen auswählen, und ihre Mutter war ihr eindeutig keine Hilfe. Für Maddies Mutter was es schon schwierig sich zwischen verschiedenen Sorten Toilettenpapier zu entscheiden.


Kurzgefasste Meinung allgemein: Einige Geschichten haben mir gefallen, manche weniger und dann ein sinnloses Vampirgemetzel. Stephen King kann es noch besser, darum wird hier kein Schlussstrich gezogen.

Liebe Grüße
mombour
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Verfasst am: 22.05.2012, 21:27:55    Titel: Ähnliche Themen

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