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Raimond Queneau, Jostin Gaarder, Angelika Schrobsdorff

 
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peter sense
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Anmeldedatum: 14.12.2007
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BeitragVerfasst am: 27.09.2011, 21:59:00    Titel: Raimond Queneau, Jostin Gaarder, Angelika Schrobsdorff Antworten mit Zitat

Raimond Queneau, Jostin Gaarder, Angelika Schrobsdorff

Was die miteinander zu tun haben?
Gar nichts!

Sie standen in meiner Urlaubspension auf einem schmalen Bord neben Fahrplan und Hausordnung.

Den Queneau kannte ich. "Zazie in der Metro" schien damals, in der Schulzeit, irgendwie ungeheuer wichtig, witzig und vielbedeutend zu sein, jedenfalls für meinen Deutungs - ähem Deutschlehrer; was es bedeutete, habe ich allerdings vergessen.

Nun stand da „Der Flug des Ikarus“. Im Französischen „Le Vol ...“ mit der schönen Doppelbedeutung vol = Flug, Diebstahl. Hier kommt einem Autor schon auf den ersten Seiten seines neuen Romanprojektes der Protagonist, besagter Ikarus, abhanden. Als dieser sich auch nicht in der Bude eines befreundenten Schriftstellerkollegen, den er dringend verächtigt, die Romanfigur geklaut zu haben, auffinden läßt, engagiert unser Autor kurz entschlossen einen Detektiv. Der versteht allerdings gar nichts, schon gar nicht „Ikarus“, sondern „Nick Arus“, durch welches Missverständnis verständlicherweise das Auffinden der gesuchten Hauptperson sehr erschwert wird. So läuft der dumme Detektiv auch glatt an Ikarus vorbei, welcher einfach nur ausgebüchst und in einer – nein, nicht: Absinthklinik, sondern Absinthkneipe gelandet ist. Dort wird er von allerlei komischen Kumpels und einem Freudenmädchen angelernt. Denn er weiß fast nichts, hat noch nicht viel von der Welt gesehen, schließlich ist er erst ein paar Seiten alt.

Und so weiter. Derlei war vor über 40 Jahren wirklich interessant und knallmodern. Semiotik, Strukturalismus, all son Kram, und dann natürlich noch der allgegenwärtige Existenzialismus. Und: Das Buch ist ist wirklich witzig, auf eine heute altbacken scheinende, solide Art. Mag sein, daß es im französischen Original viel jünger geblieben ist. Man kann es sicher gut lesen, aber ich bin schnell zum nächsten Kandidaten der dortigen Handbücherei übergegangen:

Jostin Gaarder: „Das Orangenmädchen“

Seit mir jemand den argen Schinken „Sofies Welt“ glaubte schenken zu müssen, bin ich auf den Gaarder nicht gut zu sprechen. Nicht, daß ich alles oder auch nur einen kleinen Teil von dem schon wusste, was darin steht; soviel aber scheint mir klar: dieses Buch ist die perfekte Methode, jemanden, jüngere zumal, von Philosophie und vom Selberdenken abzuhalten. Nun war das hier aber ein Roman, und ich war neugierig. Fesselnder Anfang: Ein Sohn bekommt einen Brief von seinem lange schon toten Vater. Recht umständlich und verrätselt, aber nicht unspannend enthüllt sich der Zustellweg. Der Brief war in einem alten Puppenkinderwagen versteckt. Eines der Bücher, bei denen man immer denkt: jetzt muss es aber doch bald mal kommen. (Genau wie in Sophies Welt) Es kommt aber nicht. Und die Auflösungen sind letztlich genauso billig wie von Krimiautoren aus dem Zylinder gezauberte Zwillings-Doppelgänger. Am Ende stellt man fest: Man hat sich eine Menge gehoben Beziehungskitsch mit mystifizierendem Einschlag reingezogen.

Angelika Schrobsdorff: „Jericho Eine Liebesgeschichte“

Es mag wohl sein, daß nachfolgenden Zeilen der Autorin unrecht tun. Ein paar Details über ihre Biografie hatte ich bereits aufgeschnappt. Meine Neugier war geweckt. Vermutlich aber war es das falsche Einsteigerbuch, denn jetzt ist sie wieder eingeschlafen. Es ist schier uninteressant, was sie (die Ich-Erzählerin) alles über sich selbst, ihre Männergeschichten, über die Geschichte und aktuelle Politik zu erzählen weiß. Das Thema vergeigt, schade, stattdessen dünnes Emanzengeschwätz, sorry.

Nachtrag: Habe gerade im Internet ein paar Interviews, Wiki-Artikel, Besprechungen nachgelesen. Es will mir scheinen, daß sich diese Autorin gut dazu eignet, politisch-ideologisch vereinnahmt zu werden. Und es könnte sein, daß sie das gar nicht merkt. Übereinstimmend gibt es Bemerkungen über ihr Schreiben als ein therapeutischer Prozess. Wenn da nichts dazu kommt, ist es zu wenig. Wie gesagt, eine Vermutung auf schwachen Indizien.
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Verfasst am: 27.09.2011, 21:59:00    Titel: Ähnliche Themen

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