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Christian August Fischer

 
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Marquis de Josilin
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Beiträge: 340
Wohnort: Morhiban/Oberpfalz

BeitragVerfasst am: 20.01.2008, 17:40:19    Titel: Christian August Fischer Antworten mit Zitat

Hallo,

Christian Althing war sein Pseudonym. Eigentlich hieß er Christian August Fischer (1771-1829), war Professor in Würzburg und verlor seine Stellung, weil er mit der Kirche in Konflikt geriet. Er unternahm viele Reisen und schrieb erfolgreiche Reisebücher. Unter seinem Pseudonym Christian Althing schrieb er er belanglose erotische Geschichten, die aber beim Lesepublikum ankamen. Wenn sich jemand für den Herrn näher interessiert, der lese die Biographie

Josef Huerkamp, Georg Meyer-Thurow: 'Die Einsamkeit, die Natur und meine Feder, dies ist mein einziger Genuss'
Christian August Fischer (1771-1829) - Schriftsteller und Universitätsprofessor
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2001


Die Biografie ist sicherlich interessanter als Christian Althings Roman „Gustchen – oder Geschichte dreier Hochzeitsnächte.“ Als ich über Nackenbeißer-Literatur recherchiert habe, kam ich zufällig auf Althing, der, so kommt es mir vor, so ein Prototyp eines Nackenbeißerliteraten darstellt. Vielleicht gibt es aber auch noch ältere Autoren dieses unerträglichen Genres.

Die Vorurteile, die ich hatte, als der Romatitel mir erstmals vor die Augen kam, haben sich während der Lektüre sehr schnell bestätigt. Der Roman taugt nichts. Der Roman hat alles, was ein trivialer Roman hat: keine Charaktere, kein Lokalkolorit, belangloser Inhalt, der einfach nur abgespult wird und natürlich Kitsch bis sich die Balken biegen.

Im Roman ist schon ein Sinn zu erkennen: Eltern haben dafür zu sorgen, dass ihre Töchter sicher in eine Ehe hineinrutschen und sich von verderblichen sexuellen Eskapaden fernhalten.

Althing hat Folgendes geschrieben:
...die jungen Frauen hatten vielleicht noch nichts allzu Böses angerichtet. Wenn aber eine Frau einmal anfängt, sich schlecht aufzuführen und die heiligsten Gesetze der menschlichen Gesellschaft zu verletzen, dann halten bald alle anderen Laster ihren Einzug.


Hier müsste ich das Buch schon beiseite legen. Es handelt sich wohl um eine Nachwirkung des Hexenwesens. Bedenklich ist auch ein rassistischer Auswurf:

Althing hat Folgendes geschrieben:
Wollen wir denn lauter Prinzen und Prinzessinen haben oder soll eine arbeitsame, an Genügsamkeit gewöhnte Menschenklasse erzielt werden?


Den Roman könnte man als Erbauungsliteratur bezeichnen, der inhaltlich in eine (christliche) Ehe mündet. Gustchens Weg bis dahin ist aber lang und führt in verschiedene Länder. Hier spiegelt sich die Reise-und Abenteuerlust des Autoren wieder.

Mit Kitsch erster Güte beginnt der Roman: Gustchen hat ein erotisches Stelldichein in einer Gartenlaube. Draußen passt ihre Freundin auf. Als Gustchens Mutter vorbeikommt, kann der Gärtner noch gerade so flüchten. Im Liebesspiel wird das männchliche Geschlechtsteil durch Auslassungspunkte (...) angedeutet. Mit unter achtzehn kann man den Roman also lesen. Immerhin wird Schiller zitziert:

"Ehret die Frauen! sie flechten und weben
Himmlische Rosen ins irdische Leben."


Vergesst trotzdem das Buch Smile

Liebe Grüße vom Marquis
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Verfasst am: 20.01.2008, 17:40:19    Titel: Ähnliche Themen

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