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"Im Schreiben zu Haus"

 
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Madge
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Anmeldedatum: 14.12.2007
Beiträge: 340
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 12:48:21    Titel: "Im Schreiben zu Haus" Antworten mit Zitat

Meine Freundin hat mir – weil sie Bücher per Rabatt verbilligt kriegt – ein wunderschönes Buch geschenkt. „Im Schreiben zu Haus“ heißt es und ist von der Fotografin und Autorin Herlinde Koelbl. Es ist schon vor ein paar Jahren bei Knesebeck herausgekommen. .Darin stellt sie 30 sehr bekannte Autoren vor allem deren Arbeitsplätze und – räume. Alles schön in schwarz-weiß fotografiert. Und sie hat mit ihnen über Voraussetzungen für das Schreiben und die Bedingungen dafür gesprochen. Mir schien es, als sagten viele der Porträtierten: Schreiben ist ein Zustand, den man auch aufrechterhalten muss. Wenn man „raus“ kommt oder wenn man den Ton nicht mehr findet, dann ist alles umsonst. Und genau das scheint mir in Zeiten permanenter Ablenkungen und Zerstreuung das Allerschwierigste. Es gelingt auch sicherlich am leichtesten, wenn einem das Schreiben ein tiefinneres Bedürfnis ist, aber nicht nur dann. Man braucht auch Disziplin.
Interessant auch die Aussagen über die Tageszeiten, in denen sich die Autoren am kreativsten fühlten. Es ist bei fast allen der Morgen, wenn die Gedanken noch klar sind und noch keine Ablenkung zu befürchten bei den meisten. Peter Handke zum Beispiel pries bei der Gelegenheit die Schlaflosigkeit, in der er schon über Texte nachdenkt und morgens sei alles schon da.

Logisch, dass sie die Schriftsteller und Dichter auch gefragt hat, womit sie schreiben. Es ist alles vertreten. Handke schreibt mit Bleistift, Hermann Lenz schreibt mit alten Stahlfedern, die er sich auf Vorrat gekauft hat. Die Jelinek schreibt 10-Finger-blind sofort in den Computer und sie meint zu Recht, dass man mancher Prosa von ihr das auch anspürt. Wenn sie langsamer sein will, schreibt sie wohl auch mit der Hand. Mir fiel dabei noch der Heiner Müller ein, der auch mal festgestellt hat, dass seine Prosa ohne die uralte Schreibmaschine, in die er alles gehackt hat, auch vielleicht anders wäre.
Und dann gibt’s noch die Mischformen. Mit dem Kugelschreiber anfangen und wenn es läuft an den Computer gehen. Manche schreiben damit nicht, weil sie meinen, damit die Veränderungen die Entwicklung des Manuskriptes nicht verfolgen zu können. Das muss aber zu Zeiten gewesen sein, als es diese Funktion noch nicht gab. Leben können viele Autoren nicht von ihrer Schreiberei. Oftmals eher von den Lesereisen oder von irgendwelchen bürgerlichen Berufen.

Ich bin noch gar nicht ganz durch mit dem Buch. Ich lese es mit großem Interesse, mit Genuss und auch mit ein bisschen Neid, der einen ja auch motivieren kann.
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Verfasst am: 19.01.2008, 12:48:21    Titel: Ähnliche Themen

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